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Alt 02.03.2010, 14:25   #1 (permalink)
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Standard Rhodesian Ridgeback – ja oder nein?

Liebe RR Freunde,

ich freue mich dieses Forum „gefunden“ zu haben und hoffe hier (nebst Gesprächen mit RR-Züchtern) Antworten auf unsere Fragen zu finden, die uns bei unserer Entscheidungsfindung helfen.

Mein Freund und ich befinden uns in der ersten Phase der grundsätzlichen Entscheidung Hund oder kein Hund. Nicht weil wir keinen haben wollen, sondern weil wir uns fragen müssen(!), ob wir einem Hund gerecht werden können.
Die zweite Frage die wir uns stellen ist, passt ein Rhodesian Ridgeback mit all seinen Rasseeigenschaften zu uns, denn er ist unsere erste Wahl.

Wir sind uns auch noch nicht ganz schlüssig ob es ein Welpe werden soll, oder ein jüngeres (bis max. 2 Jahre) Abgabe-/Notfalltier. Wir tendieren eher zum Welpen, aber wir beharren nicht darauf wenn unsere Lebensumstände keinen Welpen (oder auch gar keinen Hund) zulassen. Das einzige was wir wissen ist dass wenn, dann soll es ein Bub werden :-).

Nun zu unseren Lebensumständen.
Wir leben in einer kleinen Ortschaft nahe/bei Hamburg in einem großzügigen Zweiparteien-Haus (wir bewohnen die untere Partei) mit sicher eingezäunten 1000qm Garten inkl. hoch gewachsener, blickdichter Hecke. Ab Haustür bieten sich Gassi-Runden von 1-3 km über Feld, Wald und Wiesen an. Mit dem Auto können nach kurzer Fahrt Auslaufgebiete von „laufen bis man tot umfällt“ Ausmaße erreicht werden. Ich denke damit sind zumindest Wohnsituation bedingt die besten Voraussetzungen erfüllt.

Zu uns - Wir sind beide hundeerfahren. Ich hatte > 15 Jahre lang Deutsche Schäferhunde und mein Freund > 15 Jahre Dobermänner. Vorrangig ich habe sehr viel Spaß bei der Ausbildung von Hunden, mit dem Ziel sie gesellschaftstauglich und überall mitnehmbar zu erziehen. Es wäre in erster Linie auch mein Hund, im Sinne von Ausbildung, Beschäftigung und Auslastung. Ich habe aber selbstverständlich die volle(!) Unterstützung meines Freundes.

Jetzt kommt das große aber. Wir sind beide voll berufstätig und der Hund wäre in der Woche täglich 6-8 Std. ohne uns. Ich schreibe bewusst ohne uns, weil ohne uns nicht allein bedeutet. Wir ziehen mehrere Möglichkeiten in Betracht.
Die von uns bevorzugte ist den Hund ca. 4Std. am Tag einer professionellen Gassiservice-Dame anzuvertrauen. Sie würde den Hund ab 10Uhr abholen und in kleinen Gruppen á 3-5 Hunden den notwendigen Auslauf und Gesellschaft gewährleisten. Die reine Auslaufzeit beträgt ca. 2,5 Stunden.
Eine weitere Möglichkeit ist eine private Halbtagsunterbringung oder großzügige Gassirunden durch einen erfahrenen(!) Sitter unseres Vertrauens.
Im Vordergrund steht jedoch immer dass der Hund nicht ganztags woanders, sondern schon 4-5 Stunden allein zuhause ist. a) weil wir es wichtig finden dass er es kann und es zur Normalität für ihn wird, b) wir Sorge haben dass es sich bei einer Ganztageslösung für ihn, und auch für uns, auf Dauer nicht so anfühlt als ob es „unser“ Hund wäre.

Bezüglich dieser Möglichkeiten recherchieren wir bereits und führen erste Gespräche.


Es ist keinesfalls so dass wir uns mit einer Halbtagsbetreuung oder Gassiservice aus unserer Verantwortung stehlen. Im Gegenteil. Wir sind uns durchaus bewusst dass körperliche und vor allem geistige Auslastung das A&O der Hundehaltung und –erziehung ist. Er wäre nicht unser erster, großer, bewegungsstarker, arbeitswilliger Hund sondern genau genommen unser fünfter :-). Nur unser erster gemeinsamer in unserer jetzigen Lebensituation.

Ja ja, wir machen uns viele Gedanken, obwohl wir wissen dass man nicht alles planen kann. Wir weigern uns aber einen Hund zu holen, wenn nicht zumindest die grundlegenen Dinge im Interesse des Hundes geregelt sind.

So, und jetzt hoffe ich auf eure Unterstützung, konstruktiven Ratschläge und Meinungen :-). Bitte scheut euch auch nicht davor zu sagen in unserer Situation würdet ihr euch gar keinen Hund holen, aber bitte seid realistisch in der Meinungsäußerung und vor allem konstruktiv.

Es dankt und grüßt euch vorab,
T.
Ambivalenz ist offline  
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Alt 02.03.2010, 15:00   #2 (permalink)
Ich, mich & meinereiner
 
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Hallo T. und erstmal ein

Und nun zu Deinen Fragen.

Ich finde grundsätzlich hören sich eure Lebensumstände sehr geeignet für einen Hund an.
Und ihr scheint euch auch klar darüber zu sein was es bedeutet einen Hund zu haben.

Einziges "Manko" ist aus meiner Sicht eure Vollzeit-Berufstätigkeit.

Natürlich ist es machbar einen Hund daran zu gewöhnen einige Stunden alleine zu bleiben.
Das kann aber eine lange Zeit dauern.
(Bei uns gut ein Jahr für 4-5 Stunden ohne Umdekorieren des Hauses.)

Oder ihn, so wie ihr es vorhabt, fremdbetreuen zu lassen.
Ganz ideal finde ich persönlich es aber, besonders bei einem RR, nicht.

Wenn überhaupt würde ich in dem Fall dann nur einen erwachsenen Hund nehmen. Und dann auch nur einen der sehr ausgeglichen ist und keine größeren "Baustellen" hat.

Bei einem Welpen wäre mir nicht wohl dabei ihn von Baby an bis zum 2. (oder auch 3.) Lebensjahr so regelmäßig fremdbetreuen zu lassen.

Einen RR "erwachsen" zu bekommen und zu einem souveränen und wohlerzogenen Hund zu formen ist oft ein größeres Unterfangen.
Es braucht dazu viel Konsequenz, viel Zeit und enorm viel Geduld.

Ridgebacks sind nicht unbedingt die unkompliziertesten Hunde und gerade während der Pubertät kann es zu "merkwürdigen" Phasen kommen.
Zum Beispiel starke Ängstlichkeit, enorme Unsicherheit, extreme Bezogenheit auf ihre Menschen und Schwierigkeiten damit alleine zu bleiben.

Ridgebacks sind nicht unbedingt Hunde die ihren Gassigeher freudig begrüßen und sich bei Wind und Wetter mit ihm in den Spaziergang stürzen.
(Sayah zB würde nicht einfach so mitgehen, hatte Phasen da ging sie mit keinem außer mir und bei Regen nicht mal mit mir.)

Auch bedeutet ein so kräftiger Hund wie der RR das jemand am anderen Ende der Leine sein sollte der jederzeit alles im Griff hat, sowohl körperlich als auch kopfmäßig immer "am Hund" ist.

Denn ein Ridgeback(rüde) mit 10/12 Monaten wiegt seine 40 Kilo, ist aber oft weit entfernt davon schon ruhig und gelassen zu sein.

Wenn ihr jemanden sehr zuverlässiges an der Hand habt dem ihr zutraut genau eure Linie in der Erziehung zu fahren und das ebenso konsequent und liebevoll zu tun wie ihr und euer Hund dort sogar, zumindest bei den Spaziergängen falls erforderlich Einzelhund sein könnte dann wäre es eventuell eine Möglichkeit.

Als einen Hund von mehreren würde ich ihn niemand mitgeben wollen.

Auch noch wichtig zu sagen finde ich das sich der "Durchschnitts"RR recht stark von Schäferhunden und Dobermännern unterscheidet.

Wenn ihr diese Rassen mitsamt ihrer Zackigkeit und Arbeitsfreude gewohnt seit könnte es passieren das euch die oftmals etwas längere Leitung und die kleinen und größeren aber sehr liebenswerten Macken die ein Ridgeback oft im Gepäck hat in den Wahnsinn treiben.

Deshalb meine Frage, warum solls ein RR sein?

Liebe Grüße
Tina
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Tina&Sayah ist offline  
Alt 02.03.2010, 15:08   #3 (permalink)
Dayos αRüde
 
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Ich glaube die wenigsten hier im Forum wollen wieder was anderes als einen RR.

Grundsätzlich solltet Ihr Euch überlegen, ob ein Hund wirklich das richtige ist.
6 bis 8 Std. pro Tag nicht beim Rudel - Welche Bezugsperson hat der Hund später? Wird schwer, das Ihr das werdet. Wohl vielmehr der/die Tagesfrauchen.

Bei uns ist die identische Situation (wir arbeiten beide Vollzeit) nur geht Dayo mit meiner Frau zur Arbeit (nach Nachfeierabend und am Wochenende ist ganz viel Männerzeit) und glaube mir , Dayo ist mehr auf meine Frau fixiert.

Solltet Ihr Euch trotzdem für einen Hund entscheiden, würde ich zu keinem Welpen tendieren, ausser Ihr habt die Möglichkeit die ersten Monate extrem wenig zu arbeiten. Von ersten Tag schon (auf Dauer) einen kleinen Welpen täglich zum Tagesfrauchen zu geben, ist keine gute Idee.

Soweit meine bescheidene Meinung...

- Migo
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Geändert von Migo (02.03.2010 um 15:10 Uhr)
Migo ist offline  
Alt 02.03.2010, 16:58   #4 (permalink)
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Ein DSH kommt für meinen Freund absolut nicht in Frage. Und für mich kommt ein Dobermann absolut nicht in Frage. Ich denke diesbezüglich in die Tiefe gehen würde den Rahmen des Threadanliegens sprengen. Also haben wir uns über „alternative“ Rassen Gedanken gemacht und da paar Punkte die uns wichtig sind zusammen getragen. Und der RR kam demzufolge in Frage.

Ob das wirklich so ist, ob ein RR von seinen Rasseeigenschaften wirklich zu uns passt, um das heraus zu finden wir jetzt zwei Termine bei RR Züchtern in Norddeutschland gemacht. Ich hoffe dass uns da viele Fragen beantwortet werden können. Wir werden uns aber von dieser Rasse distanzieren, wenn wir merken es ist nicht „unsere“ Rasse.

Wir sind nicht auf den RR fixiert. Er ist zwar unsere erste Wahl, zugegebenermaßen aber weil er uns einfach optisch und von der Wahrnehmung (so wie wir diese Rasse bisher kennenlernen durften) einfach anspricht und beeindruckt. Deswegen auch meine Anwesenheit hier und geplanten Gespräche mit Züchtern. Irgendwo muss ich ja anfangen mit Informationen einholen :-)
Ambivalenz ist offline  
Alt 02.03.2010, 16:59   #5 (permalink)
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ja migo, diese bedenken teilen wir. deswegen machen wir uns die entscheidung nicht leicht :-(
Ambivalenz ist offline  
Alt 02.03.2010, 17:34   #6 (permalink)
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Gibts denn noch mehr Fragen die Dir bezüglich der Rasse "auf der Seele brennen"?
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Tina&Sayah ist offline  
Alt 02.03.2010, 17:41   #7 (permalink)
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Ich würde das Feld gerne von der anderen Seite aufrollen. Das fällt mir leichter.
Gerne würde ich z.B. der Züchterin/dem Züchter von uns erzählen, unserer Lebenssituation, das was ich hier bereits geschrieben habe, etc., und mich „befragen“ lassen. So eine Art Interview wobei die Züchterin der Interviewer ist. Sich sozusagen ein Bild von uns machen kann.

Darauf aufbauend wäre es schön eine erste Einschätzung zu bekommen ob wir uns als RR-Halter überhaupt eignen. Wenn die Einschätzung ja lautet kann man sich im Dialog an noch offene Fragen heran tasten.

Ich brauche aber vorab jemanden der mir vom RR erzählen kann. Die grundlegenden Eigenschaften lt. Rassestandard haben wir zu genüge hoch und runter gelesen – aber es ist immer das Idealbild einer Rasse die beschrieben wird. Wir möchten in Gesprächen mit „Fachleuten“ und „Privatleuten“ die RRs haben uns ein eigenes Bild, ein realistisches Bild machen. Grundsätzlich bringt der RR lt. Rassebeschreibung aber alle Eigenschaften mit die wir uns wünschen und in einem Zusammenleben gut vorstellen können. Das der RR nicht DSHs oder Dobermännern verglichen werden kann ist uns klar – deswegen ja auch meine Anwesenheit hier :-).

Mal eine andere Frage. Würdest Du uns guten Gewissens einen RR-Welpen geben wenn Du Züchter wärst?
Ambivalenz ist offline  
Alt 02.03.2010, 18:04   #8 (permalink)
chal95
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Hallo Ambivalenz , ich sage unter den gegebenen Umständen ganz klar " Nein " . Und zwar nicht nur zum RR , sondern ganz allgemein zu einem Hund . Ich will auch kurz erklären , wieso . Ein Hund ist ein Rudeltier und genießt jede Minute , die er mit seiner Familie zusammensein kann . Wenn ich von vorneherein schon weiß , daß der Hund jeden Tag ca. 4 oder mehr Stunden alleine sein muß , lasse ich es . Dem Hund zuliebe . Du / Ihr habt Recht , daß er lernen muß , alleine zu sein , aber über einen Hund nachzudenken , wenn von vorneherein schon klar ist , daß eigentlich überhaupt nicht die Zeit ist , sich adäquat zu kümmern , ist dem Tier gegenüber unfair . Dazu kommt , daß gerade ein RR kein Hund ist , der so etwas lange mitmachen würde .
Ich will Euch kurz einen " Live - Bericht " geben . Unser Junge ist 14 Monate alt . Ich arbeite 75 % , hauptsächlich nachts . Mein Mann arbeitet voll . Hauptbezugsperson bin ich und ich erziehe auch .
Zeitfaktor : ca. 4 Std. täglich .
Sie brauchen länger als andere Rassen , fertig erzogen ist er noch lange nicht .
Aus heutiger Sicht heraus sage ich ganz klar , würden wir beide Vollzeit arbeiten , ginge der Hund unter .
Morgens eine Stunde , nachmittags 1,5 Stunden und abends nochmal eine Stunde....
Selbst mit Hundesitter schwierig , da ja bei Euch eine Dauerlösung .
Wenn es denn unbedingt sein muß , dann auf gar keinen Fall ein Welpe .
Ich habe Vollzeit gearbeitet , als unser Hund einzog , allerdings nur noch für drei Monate . Das war ein ewiges Jonglieren mit Diensten tauschen , Nachbarn , Hundesittern etc....
Der Hund hat nicht viel davon gehabt , ganz zu schweigen davon , daß ja die alltäglichen Dinge jeden Tag auch noch ihre Zeit brauchen.... an Eurer Stelle würde ich warten, bis Eure Lebenssituation den Bedürfnissen eines Hundes besser angepaßt ist . Gerade der RR ist kein Hund , der so nebenherläuft .
LG , Susanne
 
Alt 02.03.2010, 18:17   #9 (permalink)
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Hallo Susanne,

vielen Dank für Deine klaren Worte.

Wie gesagt, ich teile Deine Bedenken und vielleicht läuft es wirklich darauf hinaus dass wir dem Tier zuliebe wieder Abstand von dem Gedanken nehmen einem Hund ein Zuhause zu geben. Ich weiß was Du meinst und kann es nachvollziehen. Es ist in der Tat intensiv zu überdenken, ob man ein Hund von vorn herein in eine solche Situation reinholt, oder im Laufe eines Hundelebens in eine solche Situation kommt.

Aber es fällt uns schwer. Es fällt uns schwer zu akzeptieren, dass Vollzeit tätige Menschen keinen Hund haben sollten. Gerade zu einer Zeit wie heute, wo immer professionelleres und besseres Hundesitting, sowie persönlich/liebevoll geführte Hundepensionen angeboten werden. Denn nichts anderes bedeutet es unterm Strich. Es ist die Aussage: „Liebe Vollzeit arbeitende Menschen, holt euch keine Hunde, denn ihr werdet ihnen nicht gerecht und seid damit keine guten Hundehalter.“ Ein trauriger Gedanke, aber vielleicht dennoch wahr.
Ambivalenz ist offline  
Alt 02.03.2010, 18:47   #10 (permalink)
chal95
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Liebe Ambivalenz , ich habe natürlich noch einiges vergessen....zu sagen , daß Ihr ja eigentlich auf dem richtigen Weg seid . Ihr macht Euch vorher Gedanken und das ist ja schonmal ein gute Voraussetzung . Wie arbeitet Ihr denn ? So wie es sich las , seid Ihr ja beide zur gleichen Zeit aus dem Haus , oder ? Ich kann ja auch nur für mich sprechen und aus meiner eigenen Erfahrung heraus berichten . Eure Wohnsituation z. B. ist klasse .
Auf der anderen Seite ist es ja auch so , daß die Notorganisationen voll sind mit Hunden , die abgegeben werden , weil keine Zeit ist....wie gesagt , für mich käme das nicht in Frage , obwohl wir auch erst der Meinung waren , daß das " schon irgendwie " klappt . Wir haben dann sehr schnell gemerkt , daß Theorie und Praxis weit auseinander klaffen . Ich würde heute auch gar nicht wollen , daß sich fremde Leute so intensiv wie ich selbst oder noch intensiver um meinen Hund kümmern....
Deshalb habe ich dann schnell meine Stelle reduziert , da gab es noch andere Gründe , aber weiterhin Vollzeit , nein .
Nun haben wir allerdings auch einen " Mama - Hund "...
Zumal er jetzt in einer Phase ist , mit intensivem Schleppleinentraining etc . , da könnte und wollte ich ihn anderen nicht überlassen . Ob der Hundesitter wohl mit ihm an unerwünschtem Verhalten arbeiten würde oder sittet er nur ?
Also , wenn überhaupt , dann ein älterer Hund , der nicht mehr so viel an Bespaßung und Training braucht und lieber keinen RR .
Ist halt meine Erfahrung , wir haben z. B. in unserem RR - Treff die Hälfte Nothunde , alle mehr oder weniger abgegeben aus dem gleichen Grund : keine Zeit mehr und viel Arbeit....
Viel Glück bei der Entscheidungsfindung ! LG , Susanne mit Horst

Ach , eins noch : Ich habe 13 Jahre auf meinen RR gewartet , bis es gepaßt hat....( so lange muß es ja nicht dauern )
 
Alt 02.03.2010, 19:05   #11 (permalink)
RR-Mama
 
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Hallo und erst einmal herzliche Willkommen hier im Forum...

...und ein herzliches DANKESCHÖN dafür, daß du dir Gedanken machst und unseren Rat und Meinung einholst BEVOR du dich für einen Hund entscheidest....

Hier meine Ansicht - als Züchterin:

Du kommst sehr verantwortungsbewusst und sympathisch rüber. Euer Umfeld klingt geradezu perfekt für einen Hund - und eure Erfahrung spricht für sich...

DENNOCH würdet ihr von mir leider ein NEIN bekommen. Denn das WICHTIGSTE vor allem ist die Beziehung zum Hund!! - Und das gerade beim RR!

Ein Hund, der - so gut das auch gemeint und überdacht ist - tagtäglich von Sitter zu Sitter weitergereicht wird - dann mal Herrchen oder mal Frauchen zuhause hat - ist nicht in der Lage zu irgendeiner der Personen eine innigere Beziehung aufzubauen. Beim RR kann es sogar passieren, daß dieser sich einfach eine andere Bezugsperson (als euch) aussucht - alles schon dagewesen....

Ich kann mich also Tina und Susanne nur anschließen - egal ob RR oder eine andere Rasse - bitte überlegt euch das nochmal - und holt euch besser dann eine Fellnase, wenn sie besser in eure Lebenssituation passt....
__________________
Grüßle vom Bauernhof - Michaela

DOGS LEAVE PAW PRINTS ON OUR HEARTS
Farmerin ist offline  
Alt 02.03.2010, 19:38   #12 (permalink)
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Hallo Michaela,

auch danke für Deine Meinung.
Im Prinzip sprichst Du genau meine/unsere Bedenken aus *seufz*.
Nun, ich glaube wir müssen nochmal in uns gehen und uns fragen ob das alles so wie wir es uns vorstellen funktionieren kann.

VG
Ambivalenz ist offline  
Alt 02.03.2010, 20:18   #13 (permalink)
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Gäbe es denn, wenn der Hundewunsch gar so groß ist, die Möglichkeit einen eurer Vollzeitjobs auf Teilzeit zu schrumpfen?

Oder zumindest so zeitversetzt zu arbeiten das die Alleinebleibzeit nur bei maximal 5 Stunden liegt?

Denn dann könnte man die Anfangszeit mit einem Betreuer überbrücken da es ja ab Mittags genug Herrchen,- oder Frauchenzeit gäbe.
Und nach dem ersten Jahr sollten täglich 4 bis 5 Stunden alleinebleiben ohne Fremdbetreuung durchaus machbar sein.


LG
Tina
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Tina&Sayah ist offline  
Alt 02.03.2010, 21:27   #14 (permalink)
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Hallo Ambivalenz.
Erstmal ein herzliches Willkommen.
Zur Zeitfrage möchte ich mal sagen das es nicht nur die Arbeitszeit ist, sondern noch zusätzlich die Anläße kommen wo ihr euren Hund nicht immer mitnehmen könnt. Also summiert sich dann die 8 Std Arbeitszeit + zB einkaufen, Feierlichkeiten usw.
Ein Welpe ist sehr zeitaufwendig, nicht nur der RR. Der RR braucht nur länger um vom Kopf her erwachsen zu werden. Unser Matu hat damals auch viel Mist gemacht. Heute lobe ich seine übergroße Geduld. Wenn wir ihn alleine lassen, holt er sich ein Kleidungsstück von uns, legt den Kopf drauf und verpennt den ganzen Tag wenn es sein muß. Bei Regen geht er garnicht raus.
Wir haben nur ein kleineres Grundstück, aber das macht nichts, weil der Hund von alleine sowieso nicht joggen geht. Matu geht nur raus zum pinkeln, läuft sein Revier ab und kommt wieder rein.
Auch wir sind beide berufstätig. Wir arbeiten aber meist entgegengesetzt.
Schlecht für uns, Gut für den Hund. Es kommt aber auch mal vor das wir gleiche Schichten haben und der Hund über 3-4 Tage ca. 9 Std. alleine ist.
Das macht ihm nichts. Freunde von uns hatten eine Neufundländerhündin, die war 11 Jahre tagsüber alleine. War trotzdem ein lieber, freundlicher u. ausgeglichener Hund.

Mein Problem wären nur die Hundesitter. Ich könnte meinen Hund nicht so lange in fremde Hände geben. Ich hätte keine ruhige Minute. Außerdem könnte ich mir den Hund nicht so erziehen wie ich ihn haben möchte. Für den Hund wäre es ein ständiges Hü und Hott. Einmal darf er, einmal nicht. Der arme weiß ja nachher garnicht mehr was überhaupt richtig ist.

Der RR macht mit Eifer was ihm Spass macht, im Gegenzug kann er aber auch sehr stur sein und versucht auch manchmal die Ohren auf durchzug zu stellen.
Nicht zu vergleichen mit einem Schäferhund.

Ich hoffe ich konnte euch etwas helfen.
LG Peter.
Petzibaer ist offline  
Alt 02.03.2010, 21:54   #15 (permalink)
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Ihr Lieben,

vielen vielen Dank für eure Beiträge und Meinungen.

Ich hatte gerade ein langes Telefonat mit einer netten und auf mich sehr kompetent und verantwortungsbewusst wirkenden Züchterin, die mir ein ganzes Stück weiter geholfen hat. Oder anders ausgedrückt, die uns ein paar wichtige, gedankliche Hausaufgaben gegeben hat.

Deswegen möchte ich mich vorerst, nach meinem kurzen Besuch hier, auch schon wieder von euch verabschieden. Ich habe gemerkt, dass sich persönlich oder auch telefonisch vieles sehr viel leichter erklären und darstellen lässt, was in Schrift und Wort leider immer nur lückenhaft möglich ist.

Ich denke es ist der richtige Weg den direkten, persönlichen Kontakt zu RR-Züchtern zu suchen und Gespräche zu führen. Die Züchterin ist so nett mir jetzt Kontakte zu anderen RR-Besitzern in meiner Umgebung zu vermitteln, und auch zu anderen Züchtern, damit ich mir ein umfassendes Bild dieser Rasse und dieser Rasse im Alltag machen kann.

Vielleicht lautet die richtige Antwort und Entscheidung kein Hund, oder kein RR. Am Ende des Tages ist es nur wichtig, dass es die richtige Entscheidung war - im Sinne des Hundes . Falls es euch beruhigt - wenn es eine vernünftige, für den Hund gute Lösung gibt, dann wird es bei uns auch einer einziehen, aber auch nur dann.
Ambivalenz ist offline  
Alt 02.03.2010, 22:17   #16 (permalink)
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Dann wünsche ich euch viel Glück bei der Entscheidungsfindung.

Es wäre toll wenn Du mal berichtest wenn ihr zu einem Entschluß gekommen seid.

LG
Tina
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Tina&Sayah ist offline  
Alt 03.03.2010, 07:00   #17 (permalink)
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Hallo Ambivalenz...es klingt alles sehr vernüftig,die Gedanken die Ihr oder Du dir machst,aber wenn nicht die Möglichkeit besteht auf einen Teilzeitjob,dann würde ich mit dem Hund anschaffen doch noch warten.Denn wie auch schon die anderen geschrieben haben,braucht das Tier eine Bezugsperson und sicherlich braucht ein Welpe oder auch Junghund 24.Stundenbetreuung die ersten Wochen in seinem neuen Domizil - er muß sich ja auch neu eingewöhnen!!Ich würde meinen Hund niemanden anvertrauen,da trete ich lieber finanziell kürzer.Ich hoffe für Euch,daß Ihr da eine gute Lösung findet,damit Ihr Euch und dem Hund gerecht werdet.Liebe Grüße von Tess und willkommen im Forum!!
tess ist offline  
Alt 03.03.2010, 13:04   #18 (permalink)
Bollerkopp
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Hallo,

ein Hund ist ein Rudeltier, lebt aber mit Menschen nicht innerhalb eines Rudels, sondern in einer sozialen Beziehung.
Weil Rudel nur innerartlich gebildet werden.
Ich hab einen Hund und bin ebenfalls voll berufstätig.
Mein Hund ist also tagsüber fast 10 Stunden von mir getrennt.
Trotzdem bin ich Haupt-Bezugsperson. Warum sollte ich das auch nicht sein?
Ich hab meinen Hund extra daran gewöhnt, oft bei anderen Menschen zu sein, da ich allein lebe und er somit öfter mal zu Freunden/Familie in Betreuung geht.

Und ich finde daran nichts verwerfliches. Mein Hund ist darüber weder verwirrt noch unzufrieden. Er kommt gut damit klar.
Sind Tagesabläufe strukturiert ist das gar kein Problem.
Für mich klingt diese Planung sehr durchdacht und ich finde es spricht überhaupt nichts dagegen, sich einen Hund ins Haus zu holen. Allerdings sollte anfangs beim Einzug so Urlaub genommen werden, dass man mehrere Wochen hat, den Hund einzugewöhnen. Egal ob Welpe, Junghund oder erwachsenes Tier.

Ob Tierschutz oder Züchter muss jeder selber entscheiden, für mich persönlich gäbe es immer nur Tiere aus dem Tierschutz.

Ich finde es toll, dass Ihr Euch vorab so viele Gedanken macht. Das machen ganz viele nicht.

LG Regine
 
Alt 03.03.2010, 13:10   #19 (permalink)
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Registriert seit: 03.03.2010
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ich bin demnächst 42 jahre und wünsche mir schon seit 9 jahren einen rr. beruflich war das nicht machbar und ich wollte ihn auch nicht stundenweise anderen, ob familie oder sitter überlassen. um so mehr freue ich mich jetzt auf mein mädchen.
grüße
martin
mutare ist offline  
Alt 03.03.2010, 21:15   #20 (permalink)
Bollerkopp
Gast
 

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Hallo,

was ist daran so "schlimm" den Hund stundenweise Sittern/Familie, o. ä. zu überlassen?
Lebenssituationen ändern sich manchmal schneller als man denkt.
Kennt der Hund dann nur eine einzige Bezugsperson/Ort erschwert das im Notfall das Management erheblich.
Als ich meinen Hund anschaffte hab ich auch direkt an Situationen gedacht wie z. B. einen Krankenhausaufenthalt meinerseits. Was mach ich, wenn ich eine Woche dahin muss?
Ich bin kein Freund von Hundepensionen, da ist es mir lieber der Butzel geht zu Familie oder Freunden wo er die Umgebung kennt und sich gern aufhält.
Mir war das soziale Netz total wichtig und ich bin dankbar, dass ich es habe.
Selbst wenn man zu zweit ist, wird das schwierig und es gibt durchaus Situationen wo man das Hundi mal weg geben muss.

Meiner kann überall mit, aber wenn ich weiß, es wird arg stressig lass ich ihn lieber bei Freunden wo er mehr Ruhe hat.

Und was mir noch wichtig war: Was passiert wenn ich sterbe?
Ich will nie und nimmer, dass der Butzel jemals zurück inst Tierheim muss.
Und ich habe einige Zusagen, dass dem nicht so sein wird.

LG Regine
 
Alt 03.03.2010, 21:32   #21 (permalink)
chal95
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Hallo Regine , schlimm ist daran zunächst mal gar nichts . Es ist eine Frage des Anspruchs an mich selbst . Ich möchte mit meinem Hund soviel Zeit wie möglich verbringen und habe ihn als Familienmitglied . Wenn ich alleine und Vollzeit berufstätig bin , würde ich persönlich mir eine Katze anschaffen , wenn überhaupt . 10 Stunden am Tag ohne mich , bleiben 14 Stunden , von denen der normale Mensch vielleicht noch 8 Stunden schlafen sollte oder müßte . Bleiben mir für meinen Hund vielleicht noch 6 oder sieben Stunden . Dann muß ich mich auch noch um meinen Haushalt , Freunde , Termine etc. kümmern .
Für mich ist ein so straffes Zeitmanagement gar nichts und wenn im Vorfeld schon klar ist , daß mein Hund eigentlich mehr Zeit mit anderen Menschen als mit mir verbringt , dann lasse ich es sein und suche mir einen Hund , den ich ggf. selbst sitte o.ä. Natürlich gibt es Notfälle , Situationen , wo sich das ganze Leben mal schnell ändert , darum geht es aber in der angesprochenen Situation nicht . Warum werden denn noch und nöcher Hunde aus Zeitmangel abgegeben ? Auch wenn vielleicht nicht immer mit offenen Karten bei den Abgebenden gespielt wird , so steht Zeitmangel doch ganz oben auf der Liste der Gründe .
LG , Susanne
 
Alt 03.03.2010, 22:05   #22 (permalink)
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Registriert seit: 03.03.2010
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also, ich krieg grad die motten,
ich habe eine antwort an regine geschrieben und als ich fertig war, war ich nicht mehr angemeldet.
but any way, er (der beitrag) war ähnlich formuliert, wie der von susanne.
gruß
martin
mutare ist offline  
Alt 03.03.2010, 22:15   #23 (permalink)
Admin Anja mit 12 Pfoten-Chaostruppe
 
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Martin, mache bitte einen Haken bei "Angemeldet bleiben?", wenn du dich einloggst. Dann passiert das nicht.
Das System kickt sonst automatisch nach einer bestimmten Zeit. Sorry.

Lieben Gruß, Anja
__________________

Wer gleichgültig gegen ein treues Tier ist wird auch für seinesgleichen kein Herz haben.

Friedrich der Grosse
Jade&Rudel ist offline  
Alt 03.03.2010, 22:27   #24 (permalink)
Bollerkopp
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Also nachts schläft der Hund auch...
Und dann gibt es ja noch das Wochenende.
Mein Zeitmanagement ist noch straffer, weil ich z. B. noch jeden 2. Tag für ihn kochen muss.

Mal eine provokante Frage:
Wenn Deine Lebenssituation sich so verändert, dass Du Vollzeit arbeiten musst, würdest Du Deinen Hund dann eher abgeben?
Weil Du den Anspruch hast, dass der Hund 24 Stunden bei Dir sein sollte?

Das ist heutzutage utopisch, weil ein Leben so nur möglich ist, wenn Du zuhause arbeitest - gar nicht arbeiten musst - den Hund mit zur Arbeit nehmen kannst.

Warum muss ein Hund 24 Stunden beim Menschen sein? Wer legt das fest?

Ich habe mir bewusst einen Hund ausgesucht, der in mein Leben passt.
Wäre Bach noch im Tierheim, würde er jetzt nicht mehr leben.
Ich wusste aber auch, dass ich bestimmte Hundetypen nicht gerecht werden kann aufgrund meines "Lebensstils".
Daher finde ich die Planung von "Ambivalenz" echt super.

Ich kenne aus meiner Tierheim-Zeit zig Vermittlungen.
Da gibt es Hunde, die haben dann ein Heim mit großem Garten bekommen und Hausfrau daheim.
Die sind aber auch dann nur im Garten..

Man muss immer den Einzelfall betrachten.
Ich hab eine Freundin, deren Hund mit ins Büro KÖNNTE.
Der hat da aber solch einen Stress, dass er dort nicht zur Ruhe kommt.
Also bleibt er daheim tagsüber.
Hab ich mich anfangs drüber aufgeregt wie ein Doller.
Bis ich sie kennengelernt habe und vor Ort war.
Der Hund kommt damit prima zurecht, wird genug ausgelastet und ist glücklich.

Es ist sehr nett von dir, dem Hund sowas bieten zu wollen, keine Frage.
Aber nicht jeder kann sowas umsetzen und ist deswegen kein schlechter Hundehalter.
Und manche Hunde werden 24 Stunden durchs Menschenleben geschleppt, weil Mensch das so haben möchte..aber ob Hund das auch so haben möchte?

LG Regine
 
Alt 03.03.2010, 22:55   #25 (permalink)
chal95
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Hallo Regine , deswegen schrieb ich , daß es eine Frage des Anspruches an mich selbst sei . Ich habe meine Stelle von 100 auf 75 % gesenkt , zum großen Teil wegen des Hundes und daß ich mir das leisten kann , darüber bin ich sehr froh . Für mich stellt sich die Frage des " Vollzeit arbeiten müssens " zum Glück nicht und das wird auch so bleiben , aus verschiedenen Gründen....
Auch wir nehmen unseren Hund lange nicht überall mit hin . Letzten Endes ist das eine Frage , die jeder für sich selbst beantworten muß . Ich kann es nur noch mal sagen , für mich käme ein Hund , wäre ich alleine und Vollzeit berufstätig , nicht in Frage . Ich habe während meiner Ausbildungszeit Vollzeit gearbeitet und hatte zu der Zeit einen Hund . Übernommen haben wir ihn seinerzeit von einer Familie , denen er zeitlich nicht mehr in`s Management paßte....
Nachdem er drei Jahre bei uns war , habe ich meine Ausbildung begonnen . Der Hund wurde nicht abgegeben , sondern war oft tagsüber bei meinen Eltern untergebracht . Ich hatte trotzdem ständig ein schlechtes Gewissen , sowohl dem Hund als auch meinen Eltern gegenüber , war ständig abgehetzt , mal eben noch mit Freundinnen einen Kaffee trinken oder in der Stadt was besorgen , war nicht drin , der Hund wartete ja schließlich....Ich persönlich würde das nie wieder tun , wenn es bei Dir gut funktioniert , umso besser .
LG , Susanne
 
Alt 03.03.2010, 23:09   #26 (permalink)
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hallo regine,
ich gebe dir recht - natürlich ist es kompletter blödsinn, einen hund 24 stunden auf biegen und brechen mit zu schleppen. und natürlich kann sich die lebenssituation auch ändern. kurz zu meiner jetzigen:
ich bin selbstständig und habe mir für die erste zeit mit der kleinen einige wochen freigegeben. erstmal muss sie die trennung von mama und geschwister verkraften. daher muss ich ihr sicherheit geben. peu à peu soll sie die menschen und hunde in unserer umgebung kennenlernen. so wird es auch irgendwann möglich sein, die kleine, wenn nötig, menschen meine vertrauens in obhut zu geben.
gruß martin
mutare ist offline  
Alt 04.03.2010, 06:21   #27 (permalink)
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Zitat:
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hallo regine,
ich gebe dir recht - natürlich ist es kompletter blödsinn, einen hund 24 stunden auf biegen und brechen mit zu schleppen. und natürlich kann sich die lebenssituation auch ändern. kurz zu meiner jetzigen:
ich bin selbstständig und habe mir für die erste zeit mit der kleinen einige wochen freigegeben. erstmal muss sie die trennung von mama und geschwister verkraften. daher muss ich ihr sicherheit geben. peu à peu soll sie die menschen und hunde in unserer umgebung kennenlernen. so wird es auch irgendwann möglich sein, die kleine, wenn nötig, menschen meine vertrauens in obhut zu geben.
gruß martin
Das ist meines Erachtens genau die richtige Einstellung!
__________________
Grüßle vom Bauernhof - Michaela

DOGS LEAVE PAW PRINTS ON OUR HEARTS
Farmerin ist offline  
Alt 04.03.2010, 10:26   #28 (permalink)
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Hui, der Thread lebt ja noch :-). Ich freue mich sehr über eure konstruktive Diskussion. In anderen Hundeforen ist das Thema Vollzeitjob & Hund teilweise ein rotes Tuch, bei dem es alles andere als freundlich her geht.

An dieser Stelle klinke ich mich gerne wieder ein, da ich zum Thema erwachsener Hund aus dem Tierschutz auch noch was beitragen kann.

Also, wir (in diesem Falle Eltern, jüngere Schwester + ich) haben schon einen Hund aus einer spanischen Tötungsstation, der aber in meinem Elternhaus lebt.
Es ist ein kapitaler (70cm/40kg) DSH Rüde der vor 2,5 Jahren als ca. Fünfjähriger zu uns kam. Er war ein Straßenhund und saß einige Monate in einem mallorquinischen Tierheim, bevor er auf die „Tötungsliste“ kam, weil ihn keiner haben wollte. Als er nach Deutschland kam wog er nur noch > 20kg, war Haut und Knochen, konnte aus eigener Kraft nicht mehr aufstehen, war verängstigt, voller Narben im Gesicht und misshandelt.
Er war ein eingeschüchterter Hund und hatte die ersten Monate bei uns praktisch keine sichtbaren Ohren, weil diese 24Std. am Tag in Beschwichtigungshaltung angelegt waren. Man brauchte nur in seine Richtung zu gucken und er ist praktisch in sich zusammen gesackt.

Er hat uns vor eine große Herausforderung gestellt – in erster Linie mich, weil ich für seine Resozialisierung, Ausbildung und Auslastung hauptverantwortlich war. Mit starker Unterstützung durch meine Schwester.

Ich möchte es kurz machen. Heute ist er ein Traumhund. Souverän, entspannt, zugänglich, durch und durch freundlich gegenüber jeden anderen Hund, geradezu aufdringlich verschmust gegenüber Menschen. Er hat eine sehr starke Bindung zu meiner Schwester, die seine Hauptbezugsperson geworden ist, gefolgt von mir. Dennoch wird er IMMER ein stückweit selbstständig bleiben und niemals einen Gehorsam entwickeln der „DSH-typisch“ ist. Er hat gelernt eigene Entscheidungen zu treffen – verständlich bei einem Hund der längere Zeit, ohne menschliche Hilfe, auf der Straße gelebt und überlebt hat – und dies wird er nie gänzlich ablegen. Er ist kein DSH der nur dafür lebt die Kommandos seiner Halter auszuführen, sondern er erinnert mich in seinem Wesen sehr an die Rassecharakterisierung eines RR. Er „hinterfragt“ Kommandos und befolgt sie zeitverzögert, bzw. dann wenn er einen Sinn für sich erkennt. Trotzdem hat er einen guten und zuverlässigen Grundgehorsam entwickelt. Auf den Punkt gebracht könne man sagen – er folgt uns, ohne wenn und aber.

Wir werden oft gefragt wie wir das gemacht haben und wir können darauf nur antworten – wir haben uns auf ihn eingelassen und er hat uns gezeigt wie wir mit ihm umgehen müssen. Unsere Beziehung basiert auf liebevoller Konsequenz. Er ist gänzlich anders als z.B. unsere alten Schäferhündin die DSH typisch war, und entsprechend anders müssen wir mit ihm zusammenleben. Naja, andere DSH Halter belächeln uns, weil deren Hunde 1a hören. Unser schaltet gerne mal auf Durchzug und guckt uns öfters an als ob wir bescheuert wären ;-).

Ich schreibe dies weil ich nach zwei Hunden aus Tierschutz so gerne wieder einen Welpen hätte. Einen Hund den ich von Anfang an begleiten darf. Wir wissen dass unsere Entscheidung, wenn uns überhaupt ein Hund ins Haus kommt, vielleicht auf ein erwachsenes Notfalltier fallen muss – aber vom Herzen her wünschen wir uns einen Welpen.
Ich habe das Gefühl ich „korrigiere/resozialisiere“ Hunde nur noch und dann gehen sie woanders hin (innerhalb der Familie und ich sehe sie mehrmals die Woche) und das möchte ich eigentlich nicht mehr. Ich möchte gerne wieder einen Hund haben, den ich von Anfang bis zum Ende seines Weges begleiten darf. Dessen Leben ich von A-Z miterleben und mit prägen darf.

So sieht er heute aus. Nicht wundern wegen seinen Ohren. Wegen den Misshandlungen und Straßenkämpfen mit anderen Hunden sind beide Ohren nicht mehr intakt/vollständig.
v3l7uja8.jpg

Der Kleine ist auch ein Tierheimhund und war mein Hund. Allerdings ist er nach meiner Trennung von meinem Ex-Partner bei diesem geblieben.

hysju88f.jpg
Gleichzeitig war er aber selbstständig und gewohnt eigene Entscheidungen zu treffen –verständlich bei einem Hund der längere Zeit, ohne menschliche Hilfe, auf der Straße gelebt und überlebt hat.

Geändert von Jade&Rudel (04.03.2010 um 10:53 Uhr) Grund: Bilder als Anhänge eingefügt.
Ambivalenz ist offline  
Alt 04.03.2010, 11:37   #29 (permalink)
chal95
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Hallo Ambivalenz ! Ja , woanders wird schon mal schnell scharf geschossen....
Ich finde , wer fragt , hat ein Recht auf ehrliche Antworten . Daß die mitunter nicht immer so ausfallen , wie man es am liebsten hätte , sollte aber klar sein .
Deinen Wunsch nach einem Welpen kann ich sehr gut nachvollziehen , das war bei uns genauso . Wir hatten schon mit einem Nothund geliebäugelt , uns dann aber aus verschiedenen Gründen dagegen entschieden . Fakt ist aber auch , daß ein Welpe sehr viel Zeit in Anspruch nimmt . Unser Hund konnte erst mit sieben Monaten eine Zeit lang alleine bleiben , davor ging gar nichts . Also mußten wir immer organisieren...Hundesitter , Freunde , Nachbarn . Ständig Dienste tauschen , mal `ne halbe Stunde später anfangen...und sag` mal Deinem Arbeitgeber , nö , ich kann erst `ne Stunde später anfangen , mein Hund kann leider nicht alleine bleiben , er ist noch so klein....Naja , wir haben es hinbekommen , aber als Dauerlösung , nein .
Berichte mal weiter , wie sich das bei Euch so entwickelt , und schön , daß Ihr Euch soviele Gedanken macht . Ich hoffe , Ihr werdet im Sinne des HUndes entscheiden . LG , Susanne
 
Alt 04.03.2010, 12:24   #30 (permalink)
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Registriert seit: 03.03.2010
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hallo ambivalenz,
ich denke jeder kann deinen wunsch nach einem welpen verstehen. das soll ja dann ganz und gar dein hund sein. so wie mein mädchen jetzt auch ganz die meine werden soll (hört sich an wie in einem kitschfilm)
ich musste mir diesen wunsch auch lange verkneifen und habe immer neidisch im familien- und freundeskreis die hund-mensch-beziehungen beobachtet. ich war allerdings auch ein beliebter hundesitter, weil ich lieber etwas anderes sausen ließ um ein paar stunden mit einem hund zusammen zu sein.
vielleicht wäre ein jüngerer nothund etwas für dich. ich meine damit so einen hund, der durch die geänderte lebenssituation seiner menschen abgegeben werden muss.
gruß
martin
mutare ist offline  
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