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Erziehung & Verhalten Fragen, Tipps & Tricks bei Verhaltensauffälligkeiten....alles hier rein


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Alt 08.06.2010, 11:36   #1 (permalink)
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Registriert seit: 24.05.2010
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Standard Welpenerziehung

Hallo zusammen

wir haben jetzt seit einer Woche unseren kleinen Jerry Lee. Er ist jetzt 8 1/2 Wochen. Tagsüber ist sein Verhalten eigentlich ziemlich normal. Er will spielen, schläft viel, knabbert usw. Hier in dieser Zeit kann man ihn auch relativ gut Kommandos geben, die er auch relativ gut umsetzt. Also ein nein bedeutet dann auch "nein". Seit 2 - 3 Tagen aber, dreht er zu den Abendstunden so etwas von auf, dass er gar nicht mehr zu bändigen ist. Er beisst dann sogar richtig, ohne Rücksicht, überall rein. Nase, Ohren, Beine. Zur Ruhe kriegt man ihn echt schwer, dann schläft er aber.
Woran liegt das? Was können wir tun?
Unsere Nachbarn haben zwei Aussies, wovon einer 13 Wochen alt ist. Hier haben wir schon zwei Tage einmal einen Welpentag gemacht. War das vielleicht schon zuviel und zu früh. Er tickt aber eigentlich an den anderen Tagen aus, wo er nicht mit den Hunden gespielt hat. Aber eine Welpenschule ist doch auch nur ein mal in der Woche.
Jerry Lee ist offline  
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Alt 08.06.2010, 12:48   #2 (permalink)
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Benutzerbild von Angel
 
Mind Me Bloody Beer Champion!
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Hallo Jerry Lee,

ich kenne das von Angel als Welpette auch. Kannst du festmachen wann das Verhalten auftritt? Zeigt der Hund es kurz nach der Fütterung?

Bei uns war das nämlich so. Da die Natur vor das Fressen Bewegung (als Erwachsener Hund die Jagd, als Welpe das Gerange ums Futter) vorrausgesetzt hat und unsere Hunde nicht mehr jagen müssen verlegen sie den Bewegungsablauf nach dem füttern.

Das heisst dass sie dann völlig aufgedreht und von der Rolle sind.
Wenn dem so ist wie ich vermute dann könnte euch evtl ein Futterball gute Dienste leisten. Solltest du Trocken füttern einfach Futter in den Ball, dem Hund hinlegen und er muss durch Naseanstupsen in Bewegung bleiben und kann so seinem Bewegungsdrang nachgehen.

Ausserdem fressen sie so viel langsamer .

Ansonsten kenn ich das Aufdrehen noch von meinen Menschen-Kindern, abends zwischen 17 und 18 Uhr wurde geschrieen. Und danach gepennt. Einen Grund dafür hab ich nie gefunden, hat sich aber auch nach ein paar Wochen gelegt.

LG Betty
Angel ist offline  
Alt 08.06.2010, 13:08   #3 (permalink)
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Also nach dem Fressen tritt es eigentlich nicht auf. Wir füttern roh. Und das Spektakel ist eigentlich vor dem Fressen. Den Futterball haben wir auch, als Spielzeug aber gedacht für zwischendurch. Uns scheint es so, als wenn er so überdreht ist und gar nicht in den Schlaf kommt. Kenn ich von den Baby´s meiner Freundin, die schreien dann. Aber tritt das in so einer Form dann bei Hunden auf? Ist schon komisch, dass eben tagsüber man ihn eigentlich für sein Alter gut unter Kontrolle halten kann.
Jerry Lee ist offline  
Alt 08.06.2010, 13:59   #4 (permalink)
Bollerkopp
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Zitat:
Zitat von Jerry Lee Beitrag anzeigen
Hier in dieser Zeit kann man ihn auch relativ gut Kommandos geben, die er auch relativ gut umsetzt. Also ein nein bedeutet dann auch "nein".
Hallo!

Erstmal herzlichen Glückwunsch zum neuen Mitbewohner!

Darf ich Dich was zu oben zitiertem Satz fragen?

Was für Kommandos übst Du schon?
Und wie?
Vor allem halt das NEIN.

Ich möchte auf folgendes hinaus:
Wir Menschen nutzen oft das Wort NEIN und setzen voraus, dass unsere Hunde irgendwie von Geburt an das NEIN verstehen.
Wir sagen es oft in einem scharfen Ton und unsere Hunde sind oft verschreckt oder verstehen nicht was man möchte.
Da sich ja für einen Welpen, der zu Zweibeinern zieht die ganze Welt ändert würde ich ihm diese auch so nett wie möglich gestalten.
Das heißt z. B. unerwünschtes Verhalten nicht starr abbrechen mit einem NEIN, sondern in erwünschtes Verhalten umlenken.
Das schafft bei beiden Seiten einen viel netteren und vertrauten Umgang.
Der Hund zeigt das unerwünschte Verhalten ja nicht um uns zu ärgern, sondern weil ihm danach ist, sprich eine Emotion dahinter liegt.
Diese zu untersagen ist fast nicht möglich, der Hund muss sich arg zurück nehmen und entwickelt evtl. Frust.

Wenn Du total gute Laune hast und magst Dich bewegen, tanzen oder mit jemand balgen und es kommt jemand Großes auf Dich zu und sagt: NEIN und Du musst sofort aufhören mit dem was Du tust, wie wäre das für Dich?

Natürlich muss man unerwünschtes Verhalten "behandeln", keine Frage, ich würde es halt so nett wie möglich machen.

Das heißt, wenn Jerry Lee seine 5 Minuten bekommt und überall mit den spitzen Nadelzähnchen rein hackt, verhältst Du Dich einfach ruhig (alles andere stachelt nämlich noch mehr an) und gibst ihm z. B. was wo er seine Zähnchen rein hacken darf.
Energie muss ja raus.

Ich würde schon von Welpenbeinen an mit Entspannuns-Signalen arbeiten, davon profitierst Du das ganze Hundeleben.

Rase- und Flitze-Minuten bringst Du gut zum Ende, wenn Du den Hund ein Leckerchen suchen lässt.

Und was der beste Schritt ist, um unerwünschtes Verhalten zu vermindern ist: Erwünschtes Verhalten immer toll zu belohnen. Das zeigt der Hund dann nämlich öfter, weil es sich für ihn lohnt.

Wenn wir mal zählen, wie oft wir NEIN im Gegensatz zu GUT GEMACHT sagen wären wir überrascht.

Ich sehe so oft Hundehalter die alles mit NEIN kommentieren: Bellen, Rennen, Knurren, Zerren, etc.

Da denkt man oft, der Hund heißt NEIN.

LG Regine
 
Alt 08.06.2010, 14:07   #5 (permalink)
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Danke für die ausführliche Antwort. Kommandos üben wir an sich nicht wirklich, nur dachten wir, dass er das nein als nein versteht. Im moment versuchen wir eigentlich nur, dass er seinen Namen erst mal lernt. Wenn er seine 5 Minuten kriegt und alles beißt geben wir ihm schon dann das, was er beißen darf. Und loben ihn auch, wenn er was gut macht und er bekommt ein Leckerchen. Das klappt eben tagsüber recht gut, deswegen sind wir umso erstaunter, dass es eben zum abend hin wieder vollkommen anders läuft und er auch auf Leckerchen zum Teil nicht reagiert und wenn man in in dem Moment, wo er nichts macht, also lieb ist, lobt, tickt er wieder durch. Irgendwie seltsam halt. Als wenn er Hummel im Popo hat. :-)
Jerry Lee ist offline  
Alt 08.06.2010, 17:38   #6 (permalink)
Bollerkopp
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Na das klingt doch schon super!

Die berühmten 5 Minuten hat doch jeder Welpe und ich bekomme auch oft mit, dass diese gerade oft am Abend statt finden.
Was auch noch gut zum runter fahren ist, wäre ein gefüllter Kong.
Da kann Jerry Lee dann was raus schlubbern.
Schlecken beruhigt nämlich ungemein!

LG Regine
 
Alt 09.06.2010, 00:32   #7 (permalink)
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Benutzerbild von HeikeCR
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Hallo!
Laß' dem kleinen Mann mal etwas Zeit ... ist doch noch ein richtiges Baby. Und so benimmt er sich auch. Es ist doch toll, daß es sich schon eingelebt hat und Ihr ihm entsprechend Unterhaltung und erstes Training bietet.
Ich kann Regine nur zustimmen. Geht die Sache langsam an und verlangt nicht zu viel.
Das Wichtigste und auch Schönste ist doch, herauszufinden, wie so ein Hund "tickt" - und darauf das Zusammenleben aufzubauen. Das kann nämlich sehr verschieden sein.
Welpen sind Wundertüten - man muß rausfinden, was drinsteckt und was man damit am besten machen kann. Das ist ein Prozeß - der für beide Seiten höchst interessant sein kann.
Ich habe das fünfmal durch - und fünfmal verschieden, aber total!
Meine erste RR-Hündin (heute 11 Jahre alt) war als Welpe (und ist sie noch!) so pflegeleicht, daß ich gar nicht verstehen konnte, warum alle Welt sagt, RRs seien schwer zu erziehen. Die Schwestern (heute 6 Jahre alt) waren da schon etwas anspruchsvoller, aber auch kein Problem. Die Brüder (heute 2 1/2 Jahre alt) haben mich dann gelehrt, was RRs so alles verkörpern können. Und zwar alle Facetten der Möglichkeiten.
Was bei Chakanee funktioniert, klappt bei Zulu noch lange nicht; Batoka liest mir jeden Wunsch von den Augen ab, Zambo möchte gebeten werden und Chakka hat ihre ganz eigenen Vorstellungen. Ich bringe sie zwar alle unter einen Hut, aber ich behandele sie einzeln verschieden...und es war echt spannend, herauszufinden, wie ich an die- bzw. denjenigen am besten herankomme.
Es gibt zwar gute Maximen aber kein Regelwerk der Welpenerziehung - das ist so ein bißchen wie beim Programmieren - try and error.
Findet raus, worauf Euer Jerry Lee am besten reagiert. Regines Ratschläge sind prima - was ihr dazu noch braucht, ist viel Geduld und Toleranz. Das ist das Potenzial für eine tolle Partnerschaft Mensch-Hund.
Ich wünsche Euch viel Glück und Spaß dabei!
Liebe Grüße
Heike
HeikeCR ist offline  
Alt 09.06.2010, 10:20   #8 (permalink)
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Beiträge: 103
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Hallo Jerry Lee,

Imani jetzt 7 Monate dreht heute immer wieder Abends auf... Da tobt sie durch den Garten rennt wie angestochen ums Gartenhaus rum.
Beim rausfinden was wirklich hilft habe ich zwei Möglichkeiten ausprobiert. Wenn ich sie anspreche, dreht sie weiter auf. Ignorieren.... da fährt sie schnell runter, danch gab es als Belohnung nen Kauknochen oder einen gefüllten Kong. Hierfür ging sie in die Box, wenn sie dann raus kam, war sie ruhig und fiel, wie aus heiterem Himmel, schlafend auf dem Sofa oder Korb um....... *gg*

Jetzt ist es so.... wenn ich merke (an manchen Tagen) das sie "Hummeln" bekommt..... Kong/Kauknochen raus holen, sie geht von sich aus sofort in ihr Box, dann ist Ruhe.
Dann gibt es wieder Tage da hilft alles nichts *gg*. Da heißt es Guduld, ignorieren und warten bis es vorbei ist..... *gröhl*

Also...... Geduld.... es wird besser. Aber erzwinge nichts, das würde es nur schlimmer machen....

Viel Spaß noch mit dem Zwerg

Lg
Niki + die Mädels
__________________
Wenn Hunde nicht in den Himmel kommen, möchte ich, wenn ich sterbe, dorthin, wo sie sind

Will Rogers
doodle ist offline  
Alt 09.06.2010, 16:28   #9 (permalink)
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Benutzerbild von Jerry Lee
 

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Ort: Oberhausen
Beiträge: 66
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Vielen dank für die lieben Antworten. Geduld üben wir schon und versuchen, ihn auch so gut wie es geht zu beschäftigen. Uns war es nur eben wunderlich, dass er eben abends gar nicht mehr ruhig zu kriegen war. Aber ich muss sagen, in den letzten 2 Tagen ist es auch schon wieder etwas besser geworden. Und mit euren hilfreichen Tipps wird es bestimmt noch besser. Vielen dank noch mal.
Jerry Lee ist offline  
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