Die Gesundheit des Rhodesian Ridgeback

Der gesunde und artgerecht gehaltene Rhodesian Ridgeback kann bis zu 11 Jahre alt werden. Unabhängig von der guten Pflege sind jedoch vereinzelt Erbkrankheiten und Dispositionen der Rasse Rhodesian Ridgeback die Ursache für eine kürzere Lebenserwartung des Hundes. Zu den bekannten Rhodesian Ridgeback Krankheiten zählen unter anderem dermoide Zysten, Hüftgelenksdysplasie, Probleme mit der Schilddrüse, Taubheit und Myelopathie.

Dermoidzysten beim Rhodesian Rhidgeback

Bei der Erbkrankheit der dermoiden Zysten, auch Dermoid Sinus genannt, handelt es sich um eine Krankheit, bei der Hauteinstülpungen am Rücken des Hundes auftreten. Die Einstülpungen befinden sich im Normalfall an den Enden des sogenannten Ridge, dem gegenläufigen Haarstrich beim Rhodesian Ridgeback. Es wird vermutet, dass das Gen, welches für die Dermoidzysten verantwortlich ist, eventuell mit dem Gen gekoppelt ist, welches den charakteristischen Ridge beim Rhodesian Ridgeback hervorruft.
Die Krankheit tritt bereits im Welpenalter auf. Bei Dermoidzysten besteht eine unzureichende Trennung von Haut und Rückenmark, welche in der Folge zu teilweise starken Schmerzen und Unverträglichkeiten sowie im späteren Verlauf sogar zu Paralysen führen kann. Auch Infektionen sind als Folge keine Seltenheit. Ein Rhodesian Ridgeback Welpe sollte daher immer auf diese schwerwiegende Erbkrankheit von einem Tierarzt untersucht werden. Die Dermoidzysten können unter bestimmten Umständen operativ entfernt werden.
Seit einigen Jahren besteht ein Zuchtverbot für Tiere mit Dermoidzysten, da bei den Welpen mit Leiden und Schmerzen gerechnet werden muss.

Hüftgelenksdysplasie

Ein erschoepfter Rhodesian Ridgeback im GrasUnter Hüftgelenksdysplasie versteht man eine erbliche Krankheit, die bei verschiedenen Hunderassen häufiger auftritt als bei anderen. Dazu gehören neben dem Rhodesian Ridgeback auch der deutsche Schäferhund, der Golden Retriever und einige weitere Hunderassen. Bei der Hüftgelenksdysplasie handelt es sich um eine folgenreiche Fehlbildung der Hüfte. Die Gelenkpfanne und der Kopf des Oberschenkelknochens passen nicht genau aufeinander, wodurch die Bewegungsfähigkeit des Hundes mitunter stark eingeschränkt ist. Viele Hunde entwickeln in der Folge Ausgleichsbewegungen oder fangen an zu Hinken. Die Dysplasie tritt normalerweise auf beiden Seiten der Hüfte auf. Während die Dysplasie in den ersten Monaten des Lebens eines Hundes entwickelt wird, entscheidet sich das Ausmaß der Dysplasie erst im späteren Verlauf des Lebens.

Als Ursache für diese Rhodesian Ridgeback Krankheit gilt neben der genetischen Disposition die Ernährung des Hundes als entscheidender Faktor bei der Ausprägung des Schweregrades der Krankheit. Besonders die zu schnelle Gewichtszunahme im Welpenalter wirkt sich negativ auf die Schwere der Dysplasie der Hüfte aus. Der Hund entwickelt dann häufig starke Arthrosesymptome. Wird der Hund in dieser Phase zudem zu stark beansprucht, kann dies sich ebenfalls ungünstig auswirken.

Schilddrüsenunterfunktion

Der Rhodesian Ridgeback ist im Vergleich mit anderen Hunderassen relativ häufig Träger eines Gens, das zu Schilddrüsenunterfunktion, oder Hypothyreose, führt. Die Hyperthyreose äußert sich am häufigsten durch Haarausfall und durch rapide Gewichtszunahme des Hundes. Wird die Hyperthyreose beim Hund diagnostiziert, so kann diese medikamentös behandelt werden. Die Hunde müssen dann jedoch ein Leben lang mit der entsprechenden Medizin behandelt werden.

Degenerative Myelopathie

Die Degenerative Myelopathie bezeichnet eine schwere Krankheit des Rückenmarks. Diese erblich bedingte Krankheit führt im späteren Verlauf zur Lähmung. Besonders verbreitet ist die Degenerative Myelopathie beim Schäferhund, sie tritt jedoch auch bei anderen Rassen auf, wie etwa beim Rhodesian Ridgeback oder beim Boxer.

Taubheit

Nur wenige Rhodesian Ridgebacks leiden unter dieser Krankheit. Allerdings sind viele der Hunde Träger des rezessiven Gens, was dazu führen kann, dass auch gesunde Rhodesian Ridgebacks taube Hundewelpen zur Welt bringen können.

Allgemeine Hinweise zur Gesundheit von Hunden

Ob ein Hund krank ist oder gesund, kann uns dieser leider nicht verbal mitteilen. Daher gilt es, als Hundehalter oder Hundehalterin aufmerksam zu sein für Verhaltensänderungen, die auf einen geschwächten Gesundheitszustand des Vierbeiners hinweisen können.
Verhält sich ein sonst agiler Hund auf einmal apathisch und verschmäht er das geliebte Spielzeug, oder verweigert ein Hund die Nahrungsaufnahme, so sind dies Anzeichen, die auf eine Krankheit hinweisen können.
Häufig gibt auch die Haut des Hundes Aufschluss darüber, ob ein Hund krank ist oder gesund. So können Ekzeme oder tränende Augen erste Hinweise auf einen geschwächten Zustand des Hundes sein.

Wie verhalte ich mich als Hundehalter, wenn mein Hund diese oder ähnliche Anzeichen einer Krankheit zeigt?

Zunächst ist es wichtig, den Hund genau im Auge zu behalten. Wie äußert sich die Verhaltensänderung des Hundes tatsächlich? Die Beobachtungen sollten einem Tierarzt möglichst genau dargelegt werden, damit dieser den Befund in seine Diagnose mit einbeziehen kann.

Besonders bei Verletzungen des Hundes heißt es schnell zu handeln. Jeder Aufschub kann zu einer gravierenden Verschlimmerung des Gesundheitszustandes des Hundes führen, vor allem wenn dieser ohnehin schon sehr geschwächt ist.